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Arbeitskreis Multimedia- Präsentation
Telefon:0 33 79/37 13 70
Website:www.kulturverein-blankenfelde.de

„Heiße“ Bilder vom Rathaus

Stand: September 2017

Heiße Bilder sind in Blankenfelde-Mahlow ein Hit, der noch dazu ganz offen von offizieller Stelle ausgegeben wird! Sie sind nämlich in der Gemeinde für gerade mal 2,50 Euro erhältlich, und das ganz ohne Altersbeschränkung.

Zu finden sind sie auf mittlerweile drei DVDs, deren letzte spannende Einblicke nach Dahlewitz und ins kleine Groß Kienitz bietet.
Dabei ist manch „intimer“ Wohnzimmer-Besuch, etwa bei der Künstlerfamilie um Hanna Dippner, die das Bruno-Taut-Haus in privatem Engagement am Leben erhält. Doch hier entstanden ebenso heiße Bilder wie auf Rundgängen auf der Straße. „Selbst im kalten Winter wurde es mir ganz schön warm“, blickt Jürgen Oertmann zurück. Aus seiner Hand stammen besonders heiße Aufnahmen, im wahrsten Sinne des Wortes: „Meine kleine Sony-Handkamera hat die unangenehme Eigenschaft, dass sie sich schnell erhitzt, wenn man längere Sequenzen aufnimmt“, löst der 77-Jährige das Rätsel. Er ist Leiter vom „Arbeitskreis Multimedia- Präsentation“. Dieser erstellte mittlerweile drei sehr beacht­liche Dokumentarpräsentationen, die auf DVD bei der Gemeinde, von den Ortsbeiräten und über den Seniorenbeirat erhältlich sind.

Späte Kreativität
Während woanders vielfach die Jugend sich an Bildbearbeitung, Kameratechnik und Filmemachen versucht, sind die „Jungfilmer“ aus der Gemeinde erst nach alters­bedingtem Ausscheiden aus dem Beruf zu ihrem spannenden Hobby gekommen. Unter den acht Aktiven sind übrigens überwiegend Frauen.
Damit fallen Kamera, Regie oder Tontechnik in weibliche Hand. Jürgen Oertmann macht den Rollentausch perfekt, indem er sich ans ansonsten eher frauendominierte Schneidepult gesetzt hat. Mit dabei unter den Jung­filmern von Blankenfelde-Mahlow ist Siegrid Sohr, die als frühere Mathe-Lehrerin an der Oberschule von Dahlewitz nun dem Kulturverein vorsteht. Roswitha Thieme kennt hingegen Höhenflüge aus beruflicher Erfahrung als Stewardess. „Sie hat mit ihrer geschulten Stimme die Kommentare gesprochen“, erläutert Jürgen Oertmann. Weitere Mitglieder der ungewöhn­lichen Kreativen sind Elfriede Beeskow, Ulla Herse, Gisela Löffler, Karin Müllenhaupt sowie Joachim Thiele und Wolfgang Hennig.

Der Beginn einer Leidenschaft
Jürgen Oertmann kam durchs Fernstudium an der TU Dresden das erste Mal mit Fotografie in Berührung. „Ich entwickelte damals alles selbst im eigenen Heimlabor. Wir machten mit der TU zudem Versuche mit Farbfotografie“, erläutert er, wie seine kreative Spürnase erweckt wurde.
Doch zur Traumtätigkeit als Fotograf und Filmer kam er erst mit Eintritt in die Rente: „Damals nach der Wende habe ich meine frühere Leidenschaft für Fotografie wieder aufleben lassen. Ich habe mich mit Bildbearbeitung am Computer beschäftigt und einen entsprechenden Kurs besucht. Dabei traf ich auf Gleich­gesinnte. Wir haben uns entschlossen, die Heimat­gemeinde in Bildern und Ton zu präsentieren“, fasst er den Werdegang zusammen.
Das Aha-Erlebnis für den Ex-Thüringer aus der Region Eisenach war im Winter­urlaub: „Einer aus unserer Gruppe hatte einen Laptop mit. Damit schafften wir es mit etwas Nachtarbeit, unsere Fotos mit Ton zusammen­zustellen, so dass am Tag der Abreise jeder seine DVD mit Erinnerungen mit nach Hause nehmen konnte.“

Mit Adleraugen unterwegs
Die 725-Jahr-Feier von Mahlow war der Anstoß, die eigene Umgebung ins Bild zu setzen. „Der Ortsbeirat war von der Idee sofort begeistert“, blickt der „Jungfilmer“ zurück. „Die damalige Seniorenbeauftragte Rosemarie Müller ermunterte uns ebenfalls und brachte die Idee vor den Kulturausschuss der Gemeinde, wo uns sofort Unterstützung zugesagt wurde.“
Die acht Mitglieder der neuen Multimedia-Gruppe sowie Helga Brandt, Konrad Brandt, Roswitha Thieme und Werner Brose begaben sich darauf mit Kamera, Adler­auge und viel Eifer auf die Pirsch durch Straßen und Felder. Sie machten ortsprägende Personen und Geschichten ausfindig. Das Augenmerk galt ebenso dem kleinen Ortsteil Glasow, denn der gehört ja zu Mahlow einfach dazu. „Als wir das Material zusammen hatten, fiel uns auf, dass man es nicht einfach veröffentlichen kann. Plötzlich standen wir vor der Frage von Urheberrechten für Fotos, die wir einbezogen hatten. Die Vertonung erwies sich ebenfalls als vorher unerkanntes Problem. Woher Musik nehmen, für die man keine Gema-Gebühren bezahlen muss?“, gibt Oertmann Einblick in ein für die kreativen Senioren völlig neues Feld. „Dabei hätten wir die Lizenzgebühren bezahlt. Doch der Weg mit der Gema zu einem Vertrag zu kommen, ist voller unüberwindbarer bürokratischer Hürden, so dass wir dies aufgeben mussten. Also ging es um Vertonung mit nicht-geschützter Musik, für die man allerdings ebenfalls bezahlen muss“, gibt er Einblick.

Neue Einblicke
Wie durch ein Wunder wurde die Mahlow-DVD pünktlich zum Jubiläum fertig.
Sie fand ebenso reißenden Absatz wie die anschließend erstellten Wanderungen durch Blankenfelde und Jühnsdorf. „Wir konnten die Gemeinde als Herausgeber gewinnen. Es wurde ein niedriger Preis von nur 2,50 Euro je DVD festgesetzt, schließlich sind wir alle ehrenamtlich aktiv und haben daher kostenlos gearbeitet. Von den 1000 Exemplaren sind fast alle verkauft. Ich selbst habe nur noch zwei“, freut sich Jürgen Oertmann über den Erfolg, der umso beachtlicher ist, da Dokumentar­filme heute eher ein Schattendasein in der täg­lichen Bilderflut fristen.
Mit der nunmehr letzten Ortsbetrachtung von Dahlewitz und Groß Kienitz, an der Dr. Wilfried Dötzel maßgeblich mitwirkte, schließt die „Arbeitsgruppe Multimedia-Präsentation“ ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet ab.
Damit ist das Engagement von Jungfilmer Jürgen Oertmann allerdings keineswegs beendet. „Ich bin gerade dabei, das 25-Jahres-Jubiläum vom Kulturverein zu einer filmischen Dokumentation zusammenzustellen. Da sind wir aus den Erfahrungen klug geworden und haben uns von allen Künstlern unterschreiben lassen, dass wir Aufnahmen und Ton verwenden dürfen“, schmunzelt der kreative Rentner. „Unsere Idee ist, dass wir den Mitgliedern jetzt neu jedes Jahresende eine spannende DVD mit Ein­blicken in ein Jahr Kultur­verein geben werden“, macht Vorsitzende Siegrid Sohr neugierig.
Die Einblicke in spannende Ausstellungen, Lesungen und Konzerte sind allerdings leider in der Aufnahmezeit davon begrenzt, dass dem Kameramann nicht zu sehr die Technik glüht!